Geschrieben am

Aufgepasst: Giftige Lebensmittel für Hunde

Was Herrchen und Frauchen schmeckt, muss nicht auch zwangsläufig gut für deinen Vierbeiner sein: Manche Lebensmittel sind sogar gefährlich für die Gesundheit deines Kleinen. Bei inpetso erfährst du alles über giftige Lebensmittel für Hunde.

Ab wann sind Lebensmittel für Hunde giftig?

Viele Beiträge zum Thema schüren übertriebene Ängst, weil sie nicht klar definieren, ab wann Lebensmittel für Hunde überhaupt giftig sind – Schreckensszenarien à la "Ein Biss und dein Hund ist tot!" finden sich in den Hunde-Foren zuhauf.

Was sicher gut gemeint ist, spiegelt jedoch nicht immer die Tatsachen wieder – denn so gut wie alle Lebensmittel sind bei einer entsprechenden Dosis giftig:

Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. (Paracelsus)

Ein Beispiel: Wasser ist für jedes Säugetier absolut überlebenswichtig, kann aber bei einer übertriebenen Einnahme innerhalb kurzer Zeit stark toxisch wirken. Bei einem erwachsenen Menschen führen bereits 10 Liter auf einmal getrunkenes Wasser zum Tod.

Mit anderen Worten: Es kommt als nicht darauf an, ob dein Vierbeiner ein bestimmtes Lebensmittel gefressen hat, sondern wie viel er davon zu sich genommen hat. Um giftige Lebensmittel für Hunde zu erkennen, musst du dir also Gedanken über die eingenommene Menge machen. Doch wie kannst du das messen?

Tipp: Es gibt auch Lebensmittel, die sowohl Hundeeltern als auch dem Vierbeiner schmecken und gut tun. Wenn du wissen willst welche, lies dir einfach unseren Beitrag zu den 5 gesundesten Gemüsen für Hunde durch!

LD50 oder die letale Dosis

Die Antwort findest du in der sogenannten Kennziffer LD50 oder letalen Dosis. Diese Zahl zeigt dir, welche Dosis pro Kilogramm Körpergewicht tödlich auf den Organismus wirkt.

Die letale Dosis wird von Wissenschaftlern ermittelt, indem die verschiedenen Stoffe an einer statisch relevanten Anzahl an Tieren derselben Art getestet werden – die 50 steht daher für den Wert, bei dem 50 % der Tiere starben.

In der Regel wird sie in der Einheit (Milli-)Gramm pro Kilogramm Körpergewicht angegeben. Ein Beispiel: Bei einem erwachsenen Menschen beträgt die letale Dosis von Salz 0,5 bis 5 g pro kg Körpergewicht. Damit wären 40 bis 400 Gramm eingenommenes Salz potenziell tödlich.

Achtung: An unserem Salz-Bespiel siehst du, dass die letale Dosis stark variiert. So spielt unter anderem die körperliche Verfassung, die allgemeine Gesundheit und die Unterscheidung von Jung- und Alttieren eine wichtige Rolle. Wir von inpetso raten dir deswegen dringend davon ab, unnötiges Risiko bei der Verfütterung von potenziell giftigen Lebensmitteln zu gehen!

Giftige Lebensmittel für Hunde – die Übersicht

In unserer Übersicht zu den giftigen Lebensmitteln für Hunde haben wir die verschiedenen Rohwaren nach Gruppen geordnet. Zu jedem Lebensmittel findest du Angaben zum schädlichen Wirkstoff, den typischen Symptomen und – falls dazu Daten vorliegen – zur letale Dosis.

Für alle Lebensmittel gilt: Hast du den Verdacht, dass dein Hund davon zu viel gefressen hat, solltest du schnellstmöglich den Tierarzt aufsuchen!

Falls du die giftigen Lebensmittel für Hunde auf einen Blick sehen möchtest, kannst du hier direkt zu unserer schwarzen Liste springen!

Giftige Trinkflüssigkeiten

Nicht nur bissfeste Lebensmittel, sondern auch haushaltsübliche Trinkflüssigkeiten können für deinen Vierbeiner ziemlich gefährlich sein.

Auch wenn dein Kleiner die meisten Flüssigkeiten in unserer Übersicht wohl aus Geschmacksgründen verschmähen wird, solltest du deswegen auf jeden Fall aufmerksam sein!

Alkoholische Getränke

Alle alkoholischen Getränke enthalten den Wirkstoff Ethanol. Was bei Menschen in verantwortungsvollen Mengen durchaus zu einem gelungen Abend beitragen kann, ist für deinen Kleinen ziemlich schnell gefährlich:

Bereits 3 bis 8 Gramm Ethanol pro Kilogramm sind lebensbedrohlich. Für einen 6 kg schweren Hund ist die kritische Menge bereits bei einem Glas Bier 0,33 ml erreicht und auch ein Schnaps (2 cl) ist für einen 3 kg schweren Hund lebensbedrohlich.

Wie auch beim Menschen hat dein Hund typischerweise Koordinationsschwierigkeiten und befindet sich in einem Rausch.

Koffeinhaltige Getränke

Menschen kennen die belebenden Wirkung von Koffein – man fühlt sich wacher und leistungsbereiter. Für Hunde sind schwarzer Tee, Kaffee, Cola & Co. aber tabu, denn diese Getränke sind gefährlich für den Hund: 110 mg/kg gelten als potenziell tödlich. Diese Menge kann sowohl in einer Tasse Tee oder Kafee enthalten sein.

Ein Beispiel: Dein Hund wiegt 20 kg. Theoretisch könnte er also 2200 mg Koffein zu sich nehmen (20 kg x 110 mg/kg), bevor die Situation lebensbedrohlich wird. Je nach Braustärke ist diese Menge schon in vier Tassen Kaffee enthalten.

Milchprodukte

Milchprodukte sind zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, aber ziemlich unangenehm für deinen ausgewachsenen Wauwau: Erwachsenen Vierbeiner fehlt nämlich ein Enzym im Dünndarm, das den Milchzucker abbauen kann.

Die Folge ist Durchfall und Unwohlsein deines Hundes. Die kritische Menge ist bereits bei 20 ml pro kg Körpermasse erreicht.

Knollengewächse

Für die meisten Menschen sind Zwiebeln, Knoblauch und Lauch unverzichtbare Bestandteile einer guten Mahlzeit. Für Vierbeiner gilt: Die Finger davon lassen – es handelt sich um giftige Lebensmittel für Hunde! Knollengewächse enthalten nämlich sogenannte Sulfide, die für deinen Liebling gefährlich werden können.

Zwiebeln

Zwiebeln enthalten das Sulfid N-Propyldisulfid, dass bei Verzehr Blutarmut verursacht. 5 bis 10 g des Stoffes sind pro kg Körpergewicht bereits potenziell letal: So kann ein 20 kg schwerer Hund bereits am Verzehr einer mittelgroßen Zwiebel sterben.

Knoblauch und Lauch

Wie auch bei der Zwiebel führt der Verzehr von Knoblauch und Lauch zu Blutarmut bei deinem Hund. Die letale Dosis liegt bei ca. 5 gr/kg Körpermasse: So ist der Verzehr eine Knoblauchknolle für einen 10 kg schweren Hund potenziell lebensbedrohlich.

Nachtschattengewächse

Nachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der über 2700 Arten gehören – darunter auch einige bedeutende Kulturpflanzen, deren Früchte bei uns auf dem Teller landen.

Für Hunde ist aber Vorsicht geboten, denn Nachtschattengewächse enthalten die giftige chemische Verbindung Solanin. Diese ruft bei Hunden Übelkeit, Erbrechen und Schleimhautreizungen hervor – brauchbare Angaben zur letalen Dosis sind nicht bekannt.

Rohe Kartoffeln

Vor allem bei nicht gekochten Frühkartoffeln findet sich Solanin in der grünen Schale. Während alte Sorten oftmals einen beträchtlichen Solanin-Anteil von bis zu 55,7 mg/100 g aufwiesen, kann man bei heutigen Kartoffelsorten von deutlich niedrigeren Werten ausgehen (max. 7 mg pro 100 g).

Achtung: Gekochte Kartoffeln sind für Hunde unbedenklich und können das Angebot im Futternapf durchaus bereichern. Nach dem Kochen solltest du die Kartoffeln aber gut abspülen und trocknen lassen, denn das Solanin geht von der Kartoffel ins Kochwasser über und behält dort seine schädigende Wirkung bei!

Grüne Tomaten und Auberginen

Auch in Tomaten und Auberginen ist Solanin erhalten. Es gilt: Je unreifer, desto mehr Solanin. Der Solaningehalt in grünen Tomaten beträgt zwischen 9 und 32 mg, liegt also deutlich höher als bei rohen Kartoffeln. Bei Auberginen gibt es keine genaueren Angaben zum Solaningehalt, aus Vorsicht empfehlen wir aber, von der Verfütterung von Auberginen ganz abzusehen. Auch sie werden üblicherweise zu den giftigen Lebensmittel für Hunde gezählt.

Rohe Hülsenfrüchte

Frisst dein Kleiner rohe Hülsenfrüchte in größeren Mengen, kann es zu empfindlichen Verdauungsstörungen kommen. Dies liegt daran, dass tierische Organismen das Enyzm Trypsin zum Eiweißabbau benötigen und Hülsenfrüchte einen Stoff enthalten, der die Wirkung von Trypsin hemmt.

Bohnen

Rohe Bohnen enthalten den Giftstoff Phasin, das zur Verklumpung der roten Blutkörperchen führt und im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein kann. Das Glykosid zerfällt jedoch nach ca. 15 Minuten in kochendem Wasser, sodass gekochte Bohnen durchaus für den Verzehr geeigntet sind!

Linsen und Kichererbsen

Weniger gefährlich als Bohnen, aber dennoch roh nicht zur Verfütterung empfohlen: Linsen und Kichererbsen. Da es sich um Hülsenfrüchte handelt, führt der übermäßige Verzehr zu unangenehmen Magenbeschwerden bei deinem Kleinen.

Früchte

Auch bei Früchten ist Vorsicht geboten, denn einige vermeintlich gesunde Vitaminbomben sind für deinen Vierbeiner absolut unverdaulich und im Extremfall lebensgefährlich.

Weintrauben und Rosinen

Die Wissenschaft hat noch nicht abschließend geklärt, warum Weintrauben und Rosinen giftig für Hunde sind. Eins ist aber erwiesen: Von der Fütterung sollte dringend abgeraten werden! Schon 10 bis 11 g pro Kilogramm Körpergewicht sorgen beim Vierbeiner für Durchfall, Erbrechen und schlimmstenfalls sogar Nierenversagen.

Avocados

Nein, Avocados sind kein Gemüse. Und ja, Avocados zählen zu den Früchten. Sie sind für Hunde leider trotzdem giftig: Avocados enthalten Persin, das beim Hund den Herzmuskel nachhaltig schädigen kann und in hohen Dosen tödlich ist. Typische Symptome sind Atemnot, Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, Husten und Erbrechen.

Obstkerne: Aprikose, Pflaume & Co.

Aprikosen, Pflaumen, Kirschen und Pfirsiche werden den sogenannten Steinobstsorten zugeordnet und sind durch harte und verhältnismäßig große Kerne gekennzeichnet.

Von der Verfütterung sollte aus zwei Gründen abgesehen werden: So können die scharfkantigen Kerne die Schleimhaut verletzten und starke Vergiftungserscheinungen auslösen.

Steinobstkerne enhalten nämlich die Stoffe Amygdalin und Prunasin, welche hochgiftige Blausäure im Organismus des Hundes abspalten. Sollte dein Kleiner einen Obstkern verputzt haben, solltest du deswegen schleunigst zum Tierarzt düsen!

Bonbons, Diabetikerprodukte und Zahnpasta

Bonbons, Diabetikerprodukten und Zahnpasta ist gemeinsam, dass die meisten dieser Lebensmittel die Süßstoffe Xylit, Xylitol und Lignit enthalten.

Diese sind für Hunde ab einer Dosis von 1,4 bis 16 g pro Kilo Körpergewicht gefährlich und führen zu einem schnellen Sinken des Blutzuckerspiegels. Als Symptome sind Schwäche, Krämpfe und fehlende Koordinationsfähigkeit bekannt und es können dauerhafte Leberschäden auftreten.

Giftige Lebensmittel für Hunde auf einen Blick

Wir erheben hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es gibt zahlreiche andere Lebensmittel, die für Hunde ungeeignet oder giftig sein können.

Flüssigkeiten
Alkoholische Getränke (Bier, Wein, Schnaps, …)
Koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Cola, schwarzer Tee, …)
Milchprodukte
Knollengewächse
Zwiebeln
Knoblauch
Lauch
Nachtschattengewächse
Rohe Kartoffeln
Grüne Tomaten
Auberginen
Rohe Hülsenfrüchte
Bohnen
Linsen
Kichererbsen
Früchte
Weintrauben
Rosinen
Avocados
Obstkerne (Aprikosen, Pflaumen, Kirschen, Pfirsiche, …)
Sonstiges
Bonbons
Diabetikerprodukte
Zahnpasta

Fazit: Der verantwortungsvolle Zweibeiner

Als durchschnittlicher Hundehalter hast du bestimmt gleich mehrere der oben angeführten Lebensmittel vorrätig. Damit die Halterung der Lebensmittel nicht zu schlimmen Konsequenzen führt, solltest du diese 3 Tipps immer beherzigen:

Giftige Lebensmittel für Hunde immer unzugänglich verwahren!
Lebensmittel, dessen Wirkung unbekannt sind, sollten nicht verfüttert werden!
Essensreste nie unbeaufsichtigt stehen lassen!

Und es versteht sich von selbst, dass du bei einem Vergiftungsverdacht sofort deinen Tierarzt kontaktieren solltest! Wenn du unsere Hinweise zu giftigen Lebensmitteln für Hunde berücksichtigst, sollte das aber nicht passieren.

Alles Gute für dich und deinen Hund!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.