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Den Hund alleine lassen: 5 Tipps gegen Trennungsangst

Den Hund alleine lassen? Für viele Zweibeiner gar nicht so leicht! Schon kurze Einkaufstouren werden durch herzerreissendes Jaulen, lautes Bellen und nervösem Anknabbern von Möbelstücken begleitet. Ein klarer Fall: Dein Kleiner leidet an Trennungsangst. inpetso präsentiert dir 5 Tipps, wie du das Problem lösen kannst.

Wie lange darfst du deinen Hund alleine lassen?

Hunde sind von Natur aus Rudeltiere. Das bedeutet, dass das Alleinsein für Hunde kein natürlicher Zustand ist und antrainiert werden muss.

Aber auch Training hat seine Grenzen, denn wenn dein Kleiner zum Beispiel aufgrund deiner beruflichen Situation tagtäglich stundenlang allein sein muss, wirst du nicht nur einen nervösen Hund bekommen, sondern behandelst ihn auch nicht artgerecht!

Du solltest dir also nicht nur die Frage stellen, wie lange du deinen Hund alleine lassen kannst. Sondern auch, ob die Dauer überhaupt vertretbar ist.

Die Expertenmeinungen gehen bei der Beantwortung der Frage weit auseinander: Für eine kleine Stadtwohnung ohne Auslaufmöglichkeiten werden meist 4 Stunden, und für ein Haus mit Garten und Zwinger maximal 8 Stunden angegeben.

Tipp: Wir von inpetso glauben nicht, dass sich Hunde in ein allgemeingültiges Zeitschema pressen lassen – stattdessen solltest individuell entscheiden, wie lang du deinen Hunden alleine lassen kannst. Über Onlinedienste wie Skype kannst du beobachten, was dein Kleiner während deiner Abwesenheit macht. Sobald er unruhig wird, weißt du, dass sein Toleranzniveau erreicht ist.

1. Gassi gehen – Balsam für die Hundeseele

Bevor du das Haus verlässt, solltest du mindestens 30 Minuten für einen guten Spaziergang einplanen. Um die überschüssige Energie deines Vierbeiners abzubauen, sollte der Spaziergang in einem zügigen Gehtempo erfolgen.

Hundeeltern bewegungsfreudiger Rassen wie zum Beispiel Jack Russel Terrier oder Collies, können auch die Sportklamotten überschmeißen und auf moderate Joggingtour gehen.

Nachdem dein Kleiner sein Geschäft verrichtet hat und ihr wieder zuhause angekommen seid, solltest du Fressen und Trinken bereit stellen. Erst nachdem sich dein Vierbeiner gestärkt hat und sichtlich entspannt, solltest du das Haus verlassen.

Tipp: Damit dein Hund stressige Situation selbständig lösen kann, ist es unheimlich wichtig, dass die Grundbedürfnisse deines Hundes befriedigt sind. Unabhängig davon, ob du dich mit deinem Kleinen auf Reisen begibst oder ihn alleine zu Hause lässt, solltest du deswegen immer einen langen Spaziergang gehen und für ausreichend Futter und Wasser sorgen.

2. Vermeide lange Abschiedszeremonien

Dein Hund ist ein Gewohnheitstier und schätzt strukturierte Tagesabläufe. Wenn du aus dem Haus gehst, solltest du deswegen unbedingt dafür sorgen, das Verlassen der Wohnung so gut es geht in den Alltag deines Kleinen zu integrieren. Mit anderen Worten: "Business as usual" ist die Devise!

Deswegen solltest du lange Abschiedszeremonien vermeiden und das Haus so verlassen, als ob es das Normalste der Welt wäre. Dinge, die du unterlassen solltest: Ständigen Blickkontakt zu deinem Hund suchen, mit aufgeregter Stimme auf ihn einreden und Körperkontakt suchen.

Tipp: Auch uns fällt es schwer, auf eine emotionale Abschiedszeremonie zu verzichten, bevor wir unseren Hund alleine lassen. Falls du gar nicht ohne kannst, empfehlen wir dir deswegen, dass du dich schon einige Minuten vor dem Verlassen des Hauses verabschiedest. Auf diese Art und Weise wird dein Kleiner die Prozedur nämlich nicht damit verbinden, dass er gleich alleine sein wird.

3. Gegen die Trennungsangst: Strahle Ruhe aus und vermeide Hektik

Hunde hassen Hektik und werden schnell unruhig, sobald sie merken, dass Frauchen oder Herrchen den Überblick verloren hat. Beachte: Du bist das Leittier, sodass sich dein Gemütszustand direkt auf deinen Vierbeiner auswirkt!

Deswegen ist es äußerst wichtig, Ruhe, Gelassenheit und Sicherheit auszustrahlen – auch wenn du weißt, dass dein Hund noch nicht so gut an das Alleinsein gewöhnt ist und du dir Sorgen machst, ob seine Trennungsangst Überhand nehmen wird.

Wir empfehlen dir außerdem, eine Routine zu entwickeln: Indem du einem genauen Ablauf folgst, vermittelst du dir und deinem Kleinen Sicherheit.

4. Finde eine spannende Beschäftigung

Viele Hunde neigen dazu, ihre Trennungsangst und Langeweile am Wohnungsinventar zu verarbeiten. Zu den bevorzugten Dingen, die aufgeregte Vierbeiner "zum Fressen" gern haben, gehören zum Beispiel Stuhlbeine, Sofabezüge und Schuhe.

Du solltest diese Übersprungshandlungen selbstverständlich nicht akzeptieren und stattdessen spannendere Alternativen anbieten. Intelligenz- und Schnüffelspiele oder auch der Lieblingsknochen führen destruktive Energie in vernünftige Bahnen und lenken nebenbei davon ab, dass Wauwau ja eigentlich viel lieber beim Herrchen wäre.

Achtung: Du kommst nach Hause und deine Schuhe wurden mal wieder angeknabbert? Dann solltest du auf keinen Fall schimpfen! Hunde können eine Handlung und ihre Folge nur verknüpfen, wenn beides unmittelbar aufeinander folgt. Hat dein Hund deine Schuhe vormittags zerfleddert und du kommst nachmittags heim, wird er also überhaupt nicht verstehen, warum du mit ihm schimpfst und sich von deinem merkwürdigen Verhalten verunsichern lassen.

5. Übung macht den Meister!

Damit du deinen Hund alleine lassen kannst, ist vor allem eines nötig: Übung, Übung und nochmals Übung. Das bedeutet auch, dass du deinen Liebsten niemals überfordern und in kleinen Schritten denken solltest.

Mutest du ihm zu viel zu früh zu, musst du unter Umständen wieder von vorne anfangen.

Dabei solltest du sowohl die räumliche als auch die zeitliche Distanz schrittweise vergrößern. Beginne schon im Welpenalter damit, den Kleinen für wenige Minuten alleine zu lasse. Verlasse aber dabei nicht deine Wohnung, sondern nur den Raum!

Nach und nach kannst ihn dann auch mal für eine Stunde oder länger alleine lassen und zum Beispiel schnell Einkaufen gehen. Als Faustregel gilt: Schafft es dein Hund, für zwei Stunden alleine zu bleiben, sollten auch die vier Stunden kein Problem mehr sein.

Tipp: Wenn du mit dem "Alleinsein-Training" beginnst, wird dein Hund sicher schnell unruhig, bellen und/oder an der Türe kratzen. Du solltest den Raum immer nur dann betreten, wenn dein Kleiner das unerwünschte Verhalten gerade nicht an den Tag legt – ansonsten erlernt dein Hund nicht das Alleinesein, sondern wie er dich durch unerwünschtes Verhalten zu sich rufen kann.

Stressfrei deinen Hund alleine lassen

Beherzigst du unsere Tipps, wirst du deinen Hund bald schon stressfrei alleine lassen können. Bedenke aber immer, dass dein Hund ein Rudeltier ist und sein antrainiertes Verhalten kein Freifahrtschein für dich sein darf, sein Bedürfnis nach sozialer Nähe zu vernachlässigen!

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