Durchfall beim Hund: Ursachen, Hausmittel & wann zum Tierarzt

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von Till

Hundeexperte bei inpetso.

Dein Hund hat Durchfall und du fragst dich, ob das schlimm ist oder von alleine wieder weggeht? In den meisten Fällen ist Durchfall beim Hund harmlos und nach ein bis zwei Tagen mit der richtigen Schonkost überstanden. Es gibt aber auch Warnzeichen, bei denen du nicht abwarten solltest. In diesem Beitrag erfährst du die häufigsten Ursachen, was du selbst tun kannst und woran du erkennst, dass es Zeit für den Tierarzt ist.

Ursachen für Durchfall beim Hund

Durchfall ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom – die Auslöser reichen von harmlos bis ernst zu nehmen. Am häufigsten stecken diese Ursachen dahinter:

  • Fütterungsfehler: plötzliche Futterumstellung, Tischreste, verdorbenes Futter oder ungewohnte Leckerlis reizen den Magen-Darm-Trakt.
  • Parasiten: Würmer und Einzeller wie Giardien zählen zu den häufigsten Auslösern, besonders bei jungen Hunden. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag Wie oft Hund entwurmen?
  • Futterunverträglichkeiten und Allergien: manche Hunde reagieren empfindlich auf bestimmte Proteinquellen, Getreide oder Zusatzstoffe. Wie du das erkennst, zeigt dir unser Beitrag Futterunverträglichkeit bei Hunden.
  • Vergiftungen: giftige Lebensmittel oder Pflanzen können neben Erbrechen auch Durchfall auslösen. Eine Übersicht findest du unter Giftige Lebensmittel für Hunde.
  • Virale Infektionen: Erkrankungen wie Parvovirose verursachen schwere, oft blutige Durchfälle, gegen die Welpen geimpft werden können – mehr dazu in unserem Beitrag Impfungen für den Hund.
  • Stress: Umzug, Tierarztbesuch, ein neues Familienmitglied oder Trennungsangst können den Darm ebenfalls aus dem Gleichgewicht bringen.
  • Organische Erkrankungen: Bauchspeicheldrüsenentzündung, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder eine Schilddrüsenunterfunktion sind seltenere, aber ernstere Ursachen, die eine tierärztliche Abklärung brauchen.

Wann musst du mit deinem Hund zum Tierarzt?

Ein einmaliger, weicher Kothaufen bei einem ansonsten fitten Hund ist selten ein Notfall. Bei folgenden Anzeichen solltest du aber nicht abwarten, sondern zeitnah deinen Tierarzt oder deine Tierärztin kontaktieren:

  • Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Kot
  • Durchfall zusammen mit Erbrechen, Fieber oder starken Bauchschmerzen
  • Der Durchfall hält länger als 24 bis 48 Stunden an oder kommt immer wieder
  • Dein Hund wirkt apathisch, trinkt nicht oder verweigert das Futter
  • Anzeichen von Flüssigkeitsmangel wie eingefallene Augen oder trockenes Zahnfleisch
  • Betroffen ist ein Welpe, ein Senior oder ein Hund mit Vorerkrankung – hier lieber einmal zu früh als zu spät anrufen

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Er dient nur der ersten Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung durch deinen Tierarzt oder deine Tierärztin. Bei anhaltendem, blutigem oder von Erbrechen begleitetem Durchfall sowie bei Welpen solltest du immer tierärztlichen Rat einholen.

Erste Hilfe bei Durchfall: Schonkost & Hausmittel

Geht es deinem Hund abgesehen vom Durchfall gut, kannst du ihm mit ein paar einfachen Maßnahmen helfen:

  1. Kurze Futterpause: Erwachsenen, ansonsten gesunden Hunden kannst du für rund 12 bis 24 Stunden eine Futterpause gönnen, damit sich der Magen-Darm-Trakt beruhigt. Welpen, Senioren und kranke Hunde brauchen dagegen weiterhin regelmäßig kleine Portionen – für sie ist eine lange Fastenpause nicht geeignet.
  2. Immer genug Wasser anbieten: Durchfall kann schnell zu Flüssigkeitsverlust führen. Stell frisches Wasser bereit und beobachte, ob dein Hund trinkt.
  3. Schonkost füttern: Danach eignet sich für ein paar Tage leicht verdauliche Schonkost, zum Beispiel gekochtes, mageres Hühnchen oder Pute mit gekochtem Reis oder passierten Karotten – ohne Salz, Gewürze oder Fett.
  4. Moro’sche Karottensuppe als Alternative: Lange gekochte, pürierte Karotten binden Wasser im Darm und werden traditionell als unterstützendes Hausmittel eingesetzt.
  5. Ruhe und kurze Spaziergänge: Gönn deinem Hund in dieser Zeit mehr Ruhe und halte Gassirunden kurz, aber häufig genug für Lösungsgänge.
  6. Kotbeschaffenheit im Blick behalten: Notiere dir, wie oft und wie der Kot aussieht – das hilft deinem Tierarzt bei der Einschätzung, falls es doch nicht von selbst besser wird.

Blutiger Durchfall beim Hund: Was bedeutet das?

Blut im Stuhl kann von kleinen, harmlosen Reizungen der Darmschleimhaut stammen, aber auch auf ernstere Ursachen wie einen Wurmbefall, eine Futtermittelunverträglichkeit oder – vor allem bei ungeimpften Welpen – eine Parvovirose hinweisen. Frisches, hellrotes Blut deutet meist auf eine Blutungsquelle im Dickdarm oder Enddarm hin, während dunkles, fast schwarzes Blut eher aus dem oberen Verdauungstrakt stammt. In beiden Fällen gilt: Blut im Stuhl solltest du immer tierärztlich abklären lassen, statt selbst zu behandeln.

Durchfall beim Welpen: besondere Vorsicht ist geboten

Welpen haben deutlich geringere Flüssigkeitsreserven als ausgewachsene Hunde und dehydrieren dadurch viel schneller. Parasiten wie Giardien oder Würmer sowie Viruserkrankungen treffen außerdem bevorzugt junge, noch nicht vollständig geimpfte Hunde. Zeigt dein Welpe Durchfall, der länger als ein paar Stunden anhält, kombiniert mit Mattigkeit oder Fressunlust auftritt, oder ist er jünger als acht Wochen, solltest du ihn immer zeitnah tierärztlich untersuchen lassen – hier lohnt sich kein Abwarten.

Wie lange dauert Durchfall beim Hund?

Akuter Durchfall klingt bei den meisten Hunden innerhalb von ein bis drei Tagen mit Schonkost von selbst ab. Hält er länger als eine Woche an, kommt er in kurzen Abständen immer wieder oder dauert er insgesamt länger als zwei Wochen, sprechen Tierärzte von chronischem Durchfall. Chronischer Durchfall braucht in jedem Fall eine tierärztliche Ursachensuche, etwa durch eine Kotuntersuchung, Blutbild oder Ultraschall, da dahinter unter anderem Futterunverträglichkeiten, Parasiten oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen stecken können.

Häufige Fragen zu Durchfall beim Hund

Was kann ich meinem Hund bei Durchfall geben?

Bei einem ansonsten fitten Hund reichen meist eine kurze Futterpause und anschließend ein paar Tage Schonkost aus leicht verdaulichem, magerem Fleisch und Reis oder Karotten. Frag im Zweifel deinen Tierarzt oder deine Tierärztin, bevor du Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel gibst – manche frei verkäuflichen Präparate für Menschen sind für Hunde ungeeignet oder sogar giftig.

Wie lange darf ich abwarten, bevor ich zum Tierarzt gehe?

Ist dein erwachsener Hund ansonsten munter, frisst und trinkt normal und zeigt kein Blut im Stuhl, kannst du in der Regel ein bis zwei Tage mit Schonkost abwarten. Kommen weitere Symptome hinzu oder bessert sich nichts, ist ein Tierarztbesuch angebracht.

Ist Durchfall beim Hund ansteckend für andere Hunde?

Das kommt auf die Ursache an. Wird der Durchfall durch Parasiten wie Giardien oder durch Viren ausgelöst, ist er über den Kot ansteckend. Nach Angaben von ESCCAP Deutschland können die Dauerstadien von Giardien mindestens drei Wochen in feuchter Umgebung überleben und sich über verunreinigtes Wasser oder Futter auf andere Hunde übertragen. Bei Verdacht auf eine ansteckende Ursache solltest du Kot zeitnah entsorgen und Kontakt zu anderen Hunden vorübergehend einschränken.

Welches Hausmittel hilft am schnellsten?

Eine kurze Futterpause gefolgt von leicht verdaulicher Schonkost gilt als bewährteste Erste-Hilfe-Maßnahme. Die Moro’sche Karottensuppe kann zusätzlich unterstützend wirken, ersetzt aber bei anhaltenden Beschwerden keinen Tierarztbesuch.

Fazit: Ruhe bewahren, beobachten, im Zweifel zum Tierarzt

Ein weicher Haufen ist noch kein Grund zur Sorge – mit kurzer Futterpause, Schonkost und ausreichend Wasser ist akuter Durchfall bei den meisten Hunden nach ein bis drei Tagen überstanden. Achte dabei genau auf Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Erbrechen, Apathie oder eine Dauer von mehr als 24 bis 48 Stunden, besonders bei Welpen und älteren Hunden. Im Zweifel ist ein Anruf beim Tierarzt immer die sicherere Wahl, als selbst zu experimentieren.

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