Streusalz, Eisklumpen und kalter Boden: Im Winter müssen Hundepfoten einiges aushalten. Die gute Nachricht: Mit ein paar festen Handgriffen vor und nach dem Spaziergang gelingt die Pfotenpflege im Winter ganz ohne großen Aufwand. In diesem Beitrag erfährst du, wovor du die Pfoten deines Hundes schützen solltest, welche Pflege wirklich sinnvoll ist und woran du erkennst, dass ein Tierarztbesuch fällig ist.
Warum sind Hundepfoten im Winter besonders gefordert?
Kurz gesagt: Nässe, Eis, Streusalz und scharfkantiger Splitt reizen die Ballen und können zu kleinen Verletzungen führen. Das beschreibt auch die Veterinärmedizinische Universität Wien in ihren Tipps zur Pfotenpflege. Besonders zwischen den Zehen sammeln sich Salz, Schnee und Schmutz. Leckt dein Hund sich anschließend die Pfoten ab, nimmt er das alles auch noch auf.
Ob dein Hund überhaupt friert, hängt von Größe, Fell und Alter ab. Eine Checkliste dazu findest du in unserem Beitrag Wann frieren Hunde? Die Checkliste für den Winter.
Was tun vor dem Spaziergang?
- Fell zwischen den Ballen kürzen: Langes Fell sammelt Schnee, der verklumpt, und hält Streugut fest. Kürze es regelmäßig, aber nicht zu kurz, damit keine Haare einwachsen.
- Pfotenbalsam auftragen: Eine Pfotensalbe bildet eine Schutzschicht. Achte auf eine schlichte Zusammensetzung ohne Parfüm und unnötige Zusatzstoffe.
- Hundeschuhe testen: Je nach Gelände und Wetter können sie schützen. Viele Hunde brauchen aber Zeit, sich daran zu gewöhnen. Übe zuerst zu Hause.
- Route wählen: Wo möglich, Wege ohne Streusalz und Splitt bevorzugen, etwa Feldwege oder Wiesen.
Was tun nach dem Spaziergang?
Die wichtigste Regel: Pfoten reinigen, bevor dein Hund sie ableckt. Tauche sie kurz in lauwarmes Wasser oder wische sie feucht ab, vor allem die Zehenzwischenräume. Danach gut abtrocknen. Was du beim Baden insgesamt beachten solltest, steht in unserem Ratgeber Hund waschen, duschen und baden.
Hat dein Hund Eisklumpen zwischen den Ballen, zieh sie nicht mit Gewalt heraus. Lass sie lieber vorsichtig antauen, etwa mit lauwarmem Wasser, damit Haut und Fell nicht reißen.
Wie kontrolliere ich die Pfoten richtig?
Sieh dir nach dem Spaziergang kurz Ballen, Zehenzwischenräume und Krallenansatz an. Achte auf Rötungen, Schwellungen, kleine Risse, Splitter oder Grannen. Taste die Pfote vorsichtig ab: Zuckt dein Hund, winselt er oder zieht er die Pfote weg, ist die Stelle vermutlich empfindlich. Auch die Krallen gehören dazu. Wie du sie sicher kürzt, erklärt unser Beitrag Krallen schneiden beim Hund.
Was hilft bei rissigen oder wunden Pfoten?
Bei leicht trockenen Ballen kann eine milde Pfotenpflege am Abend helfen. Sind die Pfoten dagegen tief eingerissen, blutig, geschwollen oder entzündet, gehört das in tierärztliche Hände. Versuche dann nicht, selbst mit Hausmitteln oder Medikamenten zu behandeln.
Wann solltest du mit dem Hund zum Tierarzt?
Die Vetmeduni Wien nennt als Warnzeichen unter anderem Lecken oder Knabbern an den Pfoten, plötzliches Humpeln, ein verändertes Gangbild, Schonen einer Pfote sowie Veränderungen an Ballen oder Krallenbett. Bleibt dein Hund auf dem Spaziergang plötzlich stehen und will nicht weiterlaufen, schau ebenfalls nach den Pfoten. Hält ein Problem länger als ein bis zwei Tage an oder verschlimmert es sich, lass es abklären. Warum Hunde ständig an den Pfoten lecken, erfährst du unter Hund leckt Pfoten: Ursachen und wann zum Tierarzt.
Häufige Fragen zur Pfotenpflege im Winter
Brauchen alle Hunde im Winter Pfotenbalsam?
Nein. Er ist vor allem sinnvoll, wenn du oft auf gestreuten Wegen unterwegs bist oder die Ballen deines Hundes schnell trocken und rissig werden. Wichtiger als jeder Balsam ist das Reinigen nach dem Spaziergang.
Sind Hundeschuhe sinnvoll?
Sie können bei Salz, Splitt und Eis schützen. Sie müssen aber gut sitzen und sollten vorher in Ruhe geübt werden. Wenn dein Hund sie partout nicht akzeptiert, sind Balsam und Reinigung die Alternative.
Wie oft sollte ich die Pfoten im Winter prüfen?
Am besten nach jedem Spaziergang kurz, besonders bei Streusalz und Schnee. Das dauert nur wenige Sekunden und wird schnell zur Routine.
Warum riechen die Pfoten manchmal komisch?
Ein leichter, an Popcorn erinnernder Geruch ist häufig normal. Was dahintersteckt, liest du in unserem Beitrag Warum riechen Hundepfoten nach Popcorn?.
Fazit: Kurz kontrollieren, reinigen, schützen
Gute Pfotenpflege im Winter heißt: Fell zwischen den Ballen kürzen, nach dem Spaziergang abwaschen oder abwischen, Pfoten kontrollieren und bei Bedarf mit Balsam oder Schuhen schützen. Weitere Pflegetipps von Kopf bis Pfote findest du in den Grundlagen der Hundepflege.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verletzungen, Entzündungen oder anhaltenden Beschwerden wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.
Quellen
- Veterinärmedizinische Universität Wien: Tipps zur Pfotenpflege (vetmed, 2026)
- Utopia: Pfotenpflege im Winter: So schützt du deinen Hund